Station Ungarn Kecskemét

Das Tierheim (auf ungarisch Menhely) in Kecskemét besteht seit dem 21.12.2009 und wurde von Judit ins Leben gerufen. Früher war es eine Tötungsstation. Neben dem ungarischen Menhely ist gleich das Tierheim der Pfotenhilfe Ungarn, das einem deutschen Tierschutzverein gehört. Früher haben beide Tierheime zusammengehört, bis der deutsche Verein die eine Seite übernommen hat. Nach wie vor helfen sie sich gegenseitig, wenn es nötig ist, aber jedes der beiden Tierheime ist eigenständig.

Judit, der Besitzerin und Präsidentin des Tierheims, gehört auch das GONG RADIO in Kecskemét und sie nutzt ihre Popularität in dem sie durch das Radio auf den Tierschutz in ihrem Land aufmerksam macht. Das ist dringend nötig, denn in Ungarn hat bei den meisten Leuten der Hund nur einen Zweck: das Haus oder Grundstück zu bewachen. Viele Hunde fristen ein schlimmes Leben, sie werden an kurzen Ketten gehalten, haben, wenn sie „Glück“ haben wenigstens noch eine Hundehütte.

Viele der Tiere sind aber ihr ganzes Leben angekettet, ohne Schutz vor Regen, Sonne, Schnee usw. Bei den meisten besteht das Hundefutter aus eingeweichtem Weissbrot und Abfällen. Wird das Tier krank, wird es erschlagen, ertränkt oder einfach ausgesetzt. Dies soll aber nicht die ganzen ungarische Hundebesitzer beschreiben, es gibt natürlich auch Leute, die ihren Hund als vollwertiges Familienmitglied ansehen und sich perfekt um die Tiere kümmern. Aber leider sieht es meistens doch noch anders aus, wobei in den letzten Jahren auch ganz langsam ein Wandel stattfindet.

Im Tierheim auf jeden Fall, werden KEINE Tiere getötet, es sei denn, der Hund ist so schwer verletzt, dass es keine Rettung mehr gibt, dann wird er eingeschläfert. Das Tierheim hat mit der Stadt Kecskemét und ein paar umliegenden Gemeinden ein Abkommen, dass alle streunenden oder herrenlosen Hunde ins Tierheim, in die Auffangstation kommen. ( es ist aber nicht so, dass da 100-erte von Hunden in der Stadt herumirren wie in Rumänien oder der Türkei). Meist sind es ausgesetzte Tiere oder solche die abgehauen sind.

Passanten können einen herrenlosen Hund direkt dem Tierheim melden, oder dem GONG Radio, dann geht ein Mitarbeiter des Tierheims den Hund holen und bringt ihn in die Auffangstation. Dort muss der Hund 14 Tage bleiben, solange kann der Besitzer den Hund wieder abholen. Kommt niemand für das Tier, wird es geimpft, gechippt und die Rüden kastriert und zur Vermittlung freigegeben.(da auch hier das Geld knapp ist, werden nur reinrassige Weibchen sterilisiert, damit nicht mit ihnen gezüchtet werden kann).

Schön wäre es, wenn in naher Zukunft alle Hündinnen sterilisiert werden könnten. Werden hier Hunde vermittelt, müssen die Interessenten einen Fragebogen ausfüllen und es werden Nachkontrollen gemacht. Es werden keine Hunde an Leute abgegeben, die den Hund an die Kette legen wollen.

Das Tierheim beschäftigt 7 Mitarbeiter, die sich um die ca.150 Hunde kümmern und herrenlose Tiere abholen. Geleitet wird das Tierheim von Andi, der Schwiegertochter von Judit. Von der Stadt Kecskemét bekommt das Tierheim einen festen Betrag für die Hunde. Da reicht aber bei so vielen Tieren nirgends hin – der Rest muss das Tierheim selber beschaffen.

Das Tierheim hat 4 Zwinger, wo die Hunde in Rudeln gehalten werden, (4 Zwinger sind mittlere Grösse, dann hat es noch 4 kleine Zwinger und am Ende noch ein grosser Zwinger) sowie 44 Zwinger in der Quarantänestation (davon ca. 34 kleine und ca. 10 mittlerer Grösse) wo die Hunde einzeln, zu zweit oder zu dritt, je nach Grösse drin sind. Leider sind alle Zwinger voll belegt, wie die meiste Zeit. Es werden viel weniger Hunde vermittelt, als das reinkommen.

Die Hunde sind das ganze Jahr draussen und das ist mit Temperaturen im Sommer bis über 40C und im Winter bis -28C sehr hart für die Tiere. In den Zwingern hat es Hundehütten, die im Winter mit Stroh gefüllt sind. Ebenso hat es eine kleine Krankenstation, wo kranke und schwache Tiere sich erholen können, sowie die kleinen Welpen. Dann hat es noch ein kleines Büro und ein anderes kleines Häuschen ist im Bau. Auch hat es eine eingezäunte Wiese für die Hunde, aber da kommen sie, bei so vielen Tieren nicht täglich drauf.

Es ist nicht immer einfach, alle Tiere satt zu bekommen und der Stresspegel ist hoch für die Hunde. Vermehrt kommen auch Katzen ins Tierheim, wobei das Heim nicht eingerichtet ist für Katzen, aber einfach sich nicht um die Tiere zu kümmern geht ja auch nicht…..

Die Leute vom Tierheim geben sich alle sehr grosse Mühe und versuchen, es den Hunden so angenehm wie möglich zu machen, z.B. wurden diesen Sommer Hundehütten gebaut und die Gitter in den Zwingern müssen ausgetauscht werden. Ein anderes Ziel ist, dass alle Zwingerböden betoniert werden. Es liegt noch viel Arbeit an, aber wir hoffen, dass wir Stück um Stück das Leben der Tierheimhunde verbessern können.

Aktionen des Tierheims

  • Die Tierpolizei wurde vor 6 Jahren ins Leben gerufen. Wenn Leute sehen, dass ein Hund gequält oder schlecht gehalten wird, kann man die Tierpolizei anrufen und sie werden versuchen, den Hund zu befreien oder dem Besitzer klar zu machen, dass das so nicht geht und wie er es in Zukunft machen soll. Ebenso holen sie Hunde von Grundstücken ab, die von den Besitzern zurückgelassen wurden. Die Tierpolizei arbeitet eng mit der “normalen“ Polizei zusammen. Aber es ist nicht immer einfach und manchmal sind der Tierpolizei von Gesetzes wegen auch die Hände gebunden.

  • Kastrations-Wochen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Tierärzten. In diesen Wochen können die Hunde- und Katzenbesitzer ihre Tiere günstiger kastrieren und sterilisieren lassen.

  • Chip-Aktion, Tierbesitzer können ihre Tiere günstiger chippen lassen.

  • Impfaktionen, vor allem gegen Parvo. Die Welpensterblichkeit ist sehr hoch.

  • Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit und in Schulen.

  • Unterstützung von mittellosen Hundebesitzern, wenn der Hund tierärztlich versorgt werden muss.

  • Das Mentorprogramm. Das wöchentliche Highlight der Tierheimhunde!! Jeden Samstag von 10-13h können interessierte Leute ins Tierheim kommen. Dann werden die Hunde (meistens die, die im Rudel leben) auf die eingezäunte Wiese gebracht und die Leute können mit den Hunden spielen und schmusen oder Spazieren gehen. Die Hunde blühen in dieser kurzen Zeit richtig auf und geniessen jede Sekunde. Ebenso ist das für das Sozialverhalten der Hunde ein gutes Training!

Wir hoffen auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Menhely in Ungarn und dass wir vielen Hunden helfen können, ein besseres Leben zu führen!!