Tierschutz mit Herz und Verstand

Yvonne Fiedler & Yvette Höner

animal-happyend ist ein wohltätiger Verein für Tiere in Not.

Er nimmt sich des Schicksals von Hunden im Ausland an, deren Leidensweg sie früher oder später in die Tötungsstation führt. Die Tiere werden medizinisch versorgt, kastriert, geimpft und gechippt. Nach einem umfassenden Gesundheits-Check werden sie an geeignete Personen in der Schweiz oder in ihrem Herkunftsland vermittelt.

Ferner führt der Verein Kastrationen von streunenden Tieren durch, um einer Fortsetzung des Elends direkt vor Ort entgegenzuwirken. Mit präventiver Öffent-lichkeitsarbeit soll die lokale Bevölkerung für die Not der Tiere sensibilisiert und zum Umdenken bewegt werden, damit sich die Zahl unerwünschter Welpen verringert.

Ohne grosszügige finanzielle Zuwendungen und den unermüdlichen Einsatz ehrenamt-licher Helferinnen und Helfer wäre die vielfältige Arbeit des Vereins nicht möglich.

Auf den Hund gekommen

Als Yvonne Fiedler 2005 nach Spanien fuhr, ahnte sie nicht, dass der Anblick dieses Elends ihren Ferientraum in einen Albtraum verwandeln würde. Anstatt sich die Nächte um die Ohren zu schlagen, setzte sie sich vor den Computer und wollte mehr wissen. Was sie erfuhr, weckte in ihr den Entschluss, selbst aktiv zu werden. Zurück in der Schweiz, begann sie, Material für einen ersten Warentransport zu sammeln. Nebst dem Hausieren galt es, Freunde einzuspannen, Kontakte mit Gleichgesinnten zu knüpfen und immer wieder den Schreckensbildern die eigene Vision entgegenzusetzen.

Qualität vor Quantität

Szenenwechsel. Frühjahr 2012 an der Vereinsadresse von animal-happyend in einem Privat-haus im zürcherischen Kilchberg. Drei Frauen sehen gebannt auf den Laptop auf dem Wohn-zimmertisch. Das eindringliche Hundegebell stammt nicht von den schlafenden Vierbeinern zu ihren Füssen: Eine Mitarbeiterin ist von ihrem Aufenthalt in Südspanien zurückgekehrt und zeigt das Video, das sie auf der Station aufgenommen hat. Neben dem laufenden Tagesgeschäft ist kontinuierliche Qualitätssicherung zum unabdingbaren Bestandteil der Vereinsarbeit geworden. Wurde der angeforderte Kies ausgebracht? Konnten die Wasserschläuche nachgezogen werden? Sind die jüngst aufgegriffenen Welpen wohlauf? Mit Genugtuung werden Gestaltwandel und Sozialisierungsfortschritte der Hunde zur Kenntnis genommen.

Tierschutz zwischen Idealismus und Pragmatismus

Spanien kennt kein nationales Tierschutzgesetz. Zwar gelten die einschlägigen Richtlinien der EU, es mangelt jedoch an staatlicher Kontrolle über die Einhaltung der ohnehin dürftigen gesetzlichen Vorgaben und erst recht an konkreter Unterstützung. Die Betreibung von Auffangstationen, welche die Tiere vor der Tötung in den Perreras bewahren, bleibt ausschliesslich der Initiative durch Private überlassen. Solange sich auf dem politischen Weg nichts ändert, haben die ehrenamtlich arbeitenden Tierschützer im Kampf gegen die herrschenden Missstände kein anderes Mittel in der Hand als den eigenen unermüdlichen Einsatz.